Das Reiterhippodrom
#1

Wie macht man ein Pferd geländesicher?

in Was oben nicht passt 29.10.2005 19:18
von indy • Turniertrottel | 2.200 Beiträge | 2200 Punkte
Soooo, jetzt dürft ihr euch austoben: Wie macht man ein Pferd idealerweise Geländesicher?


*gggg* Ausgangspunkt kennt ihr ja - Pfärd, jung, reiterlos, absolut unerfahren
seit gestern spazierfähig.

Hat Angst/Respekt vor allem was ihm in seinem Leben noch nicht begegnet ist (gähn, und das ist viel...), aber keine Panik.

Spontan was mir einfällt stehen jetzt folgende schlümme Sachen an:
- Autos (seeehr schröcklich)
- Trekker
- Radfahrer
- S-Bahn
...


Wir gehen ja ab sofort oft Spazieren, also klar, da wird es einen "Kenn ich schon Effekt geben", das Auto (meines!!) gehen wir danach immer besuchen (es ist immer noch so schröcklich dass man es anprusten muss).
Jaaaaa, Just - bei Echnaton hätte ich geclickert, fällt aber jetzt erstmal flach. Ich hab so viel zu erziehen, da spar ich mir die Futtererziehung doch für später auf....

Also schießt mal los mit euren Ideen!?

LG, indy


zuletzt bearbeitet 29.10.2005 19:19 | nach oben springen

#2

RE: Wie macht man ein Pferd geländesicher?

in Was oben nicht passt 29.10.2005 19:51
von Nienni • Turnierreiter | 3.081 Beiträge | 3116 Punkte

Also am besten ist es eigentlich mit einem ruhigen, völlig gelassenem Pferd als Partner spazieren zu gehen, aber ich weiß ja nicht, wie das mit deinem ist, also ob das geht.
Ansonsten ist das einfach eine Frage der Gewöhnung. Das kommt schon noch, schau mal, du kannst gerade erst spazieren gehen, alles auf einmal geht nicht
Aber das mit "schrecklichen" Dingen zeigen ist schon mal gut.

Ein Pferd ist immer (nur) so gut wie man es behandelt und reitet!


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#3

RE: Wie macht man ein Pferd geländesicher?

in Was oben nicht passt 29.10.2005 21:24
von obsession • Turniertrottel | 2.472 Beiträge | 2472 Punkte

ja, such dir ein ruhiges begleitpferd und dann stapf einfach los.

wichtig ist, dass du bei so einem pferd kein tamtam machen darfst. wenn da ein stuhl steht, dann steht da halt ein stuhl, DU darfst den gar nicht beachten. ab dem moment, wo du "so einem pferd" ("so eine" war kalinka auch) etwas normales als wichtig hinstellst, ist es gefährlich. wenn du ein mordsspektakel machst wegen einer plastiktüte, die erst aufwendig zeigst und dann vorsichtig mit lobhudelei hinführst, dann MUSS das ding gefährlich sein, und je mehr du darauf eingehst, umso angriffslustiger wird die plastiktüte.

bei kalle hat es geholfen, wenn ich ruhig und selbstverständlich das ding einfach genannt hab. "ja kalle, das ist ein stuhl. weiter. das nennt man kinderwaggen. ein auto. lernst schon noch." dann musst du als reiter in eine andre richtung schauen und weiterreiten, als wär da halt was was da hingehört. selbstverständlichkeiten eben.

obsi
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WER ANDERN EINE BRATWURST BRÄT, DER HAT EIN BRATWURSTBRATGERÄT!!!


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#4

RE: Wie macht man ein Pferd geländesicher?

in Was oben nicht passt 29.10.2005 21:34
von indy • Turniertrottel | 2.200 Beiträge | 2200 Punkte
Also, er pustet das Auto immer noch an *ggg*, obwohl er das ja jetzt immer sieht, wenn wir zur Halle o.ä. gehen. Er findets schröcklich. Ich muss immer lachen, weil er eine lustige Art hat, mit gefährlichen Dingen umzugehen: anprusten, noch lauter anprusten, hingehen (!), schnuppeln, weg gehen, extrem laut rumprusten....

Soll ich ihn dann beim Rumschnuffeln "alleine" machen lassen und mich in den Hindergrund verkrümeln und sehen was er macht, oder ihn aktiv dazu auffordern das Ding mal zu untersuchen?


Plastiktüten sind schnuppe, ich darf die ihm sogar über die Ohren stecken....

ps: hei, wir haben unsere erste rossige Stute überstanden!? Die hat sogar mit der Anbaggerei angefangen, nicht er *ggg*.
[er ist natürlich draufeingegangen, ....]


zuletzt bearbeitet 29.10.2005 21:35 | nach oben springen

#5

RE: Wie macht man ein Pferd geländesicher?

in Was oben nicht passt 29.10.2005 22:05
von obsession • Turniertrottel | 2.472 Beiträge | 2472 Punkte

wieso untersuchen? das ding ist alltäglich, das braucht man nicht untersuchen, das nimmt man als gegeben hin. zum auto hingehen ist genauso normal wie zum putzplatz laufen und hufe geben. das muss man nicht jeden tag als grosses spektakel präsentiert bekommen.

dermot war wie vom donner gerührt, als er die erste kutsche seines lebens gesehen hat - auto mit pferdis davor, die augenscheinlich vor dem klappernden auto davonrennen und im gleichen tempo verfolgt werden. da ging dem auch das herzchen. klar durfte er schauen, und klar hat er geschaut, aber ich hab halt so getan als hätte er das schon 23x gesehen (nur wieder vergessen ) und hab versucht, einfach ganz normal dran vorbeizureiten. das ging nicht so einfach, der ist dann schief gelaufen und hat geprustet und hatte angst - aber wir sind dran vorbei. dann war er noch ne zeitlang skeptisch bei kutschen, und irgendwann waren die alltag. ich bin mir sicher, hätte ich da angehalten und ihn "beruhigt" (was ja nix andres ist als tätscheln und säuseln, ihn also in seinem stress noch bestätigen dass er richtig reagiert mit seiner angst), dann hätte er wirklich angst gekriegt. ich schätz mal, diesen fehler hab ich mal beim verladen gemacht, dass ich ihn gelobt habe dafür, dass er NICHT rein ist - obwohl ich ihn eigentlich nur beruhigen wollte. und wir deswegen sehr lange ein problemchen damit hatten.

versuch doch mal mit ihm so umzugehen, als würdest du ihn schon seit 15 jahren kennen und seit 15 jahren den gleichen rhythmus haben. klar wird der sich auch mal erschrecken oder dir nicht vertrauen und sein heil in der flucht suchen, oder einfach nicht gehorchen. aber steigere ihn und dich nicht noch mehr rein, indem du ihm alles zeigst als wäre ein auto ein weltwunder und ein traktor ein weiteres.

obsi
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#6

RE: Wie macht man ein Pferd geländesicher?

in Was oben nicht passt 29.10.2005 22:08
von indy • Turniertrottel | 2.200 Beiträge | 2200 Punkte

ich weiss nicht, wenn er hin will zum Untersuchen, warum nicht? Also was spricht dagegen ihn hinzulassen? (wie gesagt, er macht es von selber, ich bin momentan noch völlig passiv)


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#7

RE: Wie macht man ein Pferd geländesicher?

in Was oben nicht passt 29.10.2005 22:15
von obsession • Turniertrottel | 2.472 Beiträge | 2472 Punkte
klar, wenn er das untersuchen will dann lass ihn, und wenn ers dann gesehen hat, dann wirst aktiv und sagst "gemmer". neugier befriedigen, aber keine chance geben, tamtam (oder ein spiel) draus zu machen. wenn er das jeden tag aufs neue anprustet, obwohl er WEISS dass das auto ihn nicht beissen wird, dann hast du das auto schon zu wichtig gemacht und zu einem interessanten spiel. das musst jetzt fertig spielen bis es ihn langweilt. viel spass dabei - kalle hatte 12 jahre lang "pruste-angst" vor einer mülltonne im wald. und noch viel mehr "pruste-angst", als die mülltonne wegrationalisiert wurde und einfach nicht mehr dastand

war genau das gleiche. die mülltonne wurde irgendwann aufgestellt, und man MUSSTE dran vorbei reiten. die besitzerin hat ein mordstamtam aus der mülltonne gemacht, und kalle fand sie natürlich gefährlich, bei dem aufhebens drum. und dann war das fest in ihrem dickschädel, dass man da doof tun muss. und das hat sie auch gemacht. IMMER. da hab ich sie auch nicht vom gegenteil überzeugt gekriegt. und die war echt wütend, als die tonne weg war

jetzt muss ich ins bett, gute nacht!!

obsi
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zuletzt bearbeitet 29.10.2005 22:16 | nach oben springen

#8

RE: Wie macht man ein Pferd geländesicher?

in Was oben nicht passt 29.10.2005 22:25
von Just for fun • Turnierreiter | 3.541 Beiträge | 3548 Punkte

Ich glaube, meine meinung dazu möchtest du jetzt nicht lesen...ist auch mehr was für "beim Pizzaessen" oder so...
In kurzfassung: Ich erwarte Gehorsam vom pferd, diesen gehorsam muss ich (natürlich auf einer basis des vertrauens) herstellen, ich will kein pferd, dass sich an "neues" erst "gewöhnen" muss, sondern aus gehorsam mir gegenüber (den hilfen folgend) seine skepsis überwindet.
Deshalb führe ich nicht gern und nicht viel, ich sitze lieber drauf, stelle diesen Gehorsam her und stelle mich dann den neuen herausforderungen. Diese antwort hilft dir natürlich nicht weiter, ist aber ebn meine meinung.
Gehorsam würde ich nie clickern, das ist dem "schnickschnakck" vorbehalten, also dingen die "nice to have" sind aber eben kein "must"...

"Ungehorsam beginnt zu dem zeitpunkt, wo der fluchttrieb des pferdes das vertrauen zum reiter überwiegt" - der satz gefällt mir! Und danach versuche ich mich zu verhalten...



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#9

RE: Wie macht man ein Pferd geländesicher?

in Was oben nicht passt 29.10.2005 22:34
von indy • Turniertrottel | 2.200 Beiträge | 2200 Punkte
Also, bitte nicht falsch verstehen - ich glaube ihr vergesst, dass der gute bisher von jeglicher Zivilisationsreizung nix mitbekommen hat. Er hat noch NIE versucht, dann wegzurennen, odgl.
Ich habe auch kein Problem damit, es ging um eine allgemeine Frage, wie man Pferde geländesicher machen kann. Ich glaube, dass ein anprusten von so nem 2,5jährigen Wilden ohne auch nur von Ansätzen zum Weglaufen wohl als echter UNgehorsam interpretiert werden kann.
Da ist z.b. niennis Tip mit dem Herdentrieb. Oder bei Echnaton, der arge Probleme mit Wasser hatte war es das rückwärtsreinreiten, und dann erst umdrehen.


Ausserdem: Gehorsam sollte man mM auch am Boden herstellen können, nicht nur im Sattel.


zuletzt bearbeitet 29.10.2005 22:34 | nach oben springen

#10

RE: Wie macht man ein Pferd geländesicher?

in Was oben nicht passt 29.10.2005 22:47
von Just for fun • Turnierreiter | 3.541 Beiträge | 3548 Punkte

anprusten ist natürlich nicht verboten, wird halt von mir einfach ignoriert, also es folgt keine reaktion von meiner seite auf prusten...

Gehorsam am boden ergibt sich "irgendwie" fast von allein, ich kann das schwer erklären...

Unsere pferde wachsen in der abgeschiedenheit grosser weiden in niederbayern auf, die kennne auch (fast) nix...
Das lernen sie dann schon dreijährig, das was sie brauchen...
Hab aber das riesenglück, dass eigentlich immer ein 4 beiniger "professor" zur verfügung stand, der "geholfen" hat...


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#11

RE: Wie macht man ein Pferd geländesicher?

in Was oben nicht passt 30.10.2005 09:25
von Kimble03 • Kleines Hufeisen | 293 Beiträge | 293 Punkte

Achtung, hier kommt meine Meinung:

Wenn du ihn das Auto untersuchen läßt, überläßt/übergibst du IHM die Verantwortung über die Entscheidung, ob das Ding gefährlich ist.
Der klügste in der Herde checkt neue Dinge ab. Normalerweise die Leitstute. Wenn die sagt: OK!, dann kann der Rest probemlos vorbeistapfen.

Meiner Ansicht nach solltest du also wenn du schon unbedingt willst, daß das Ding den Status "untersuchenswert" behält, SELBST abchecken und ihn passiv halten. Wenn du fertig bist und entspannt guckst und sagst: "Hey, das ist ok, das Ding", dann darf er evtl. auch mal schnüffeln.
Ansonsten soll er gefälligst brav hinter dir herdackeln, weil du ja alles im Griff hast.

Wenn du also mit hängenden Schultern an "Gefahren" vorbeischlappst und dir im Geiste (damit die Botschaft deutlicher ankommt) vorquasselt, daß die Plastiktüte da gestern zwar noch nicht lag, daß sie sich evtl. im Wind bewegt und dabei raschelt, daß das alles aber überhaupt kein Problem ist, weil Plastiktüten das nunmal so machen, auch wenn sie eklig nach Plastik riechen, dann wird dein Herr Pferd sehr glücklich sein und hinter dir herwackeln, vielleicht mit hängenden Ohren.
*und ja, ich weiß, er hat keine Angst vor Plastiktüten, ist aber so ein schönes Beispiel*


@Just, du WILLST sowas nicht clickern, man KANN es aber, auch erfolgreich.
*betonen möchte*
Übrigens ist deine Art damit umzugehen nicht viel anders als der Weg den ich grade beschrieben habe, du misst der Tatsache, daß das Pferd was nicht kennt nicht viel Bedeutung zu (bleibst dadurch entspannt), es soll dir gefälligst glauben was es(, wie es in kurzer Zeit lernt,) dann auch kann, weil du tatsächlich Recht hast und ihm nie was passiert.



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Immer schön wirr bleiben!

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#12

RE: Wie macht man ein Pferd geländesicher?

in Was oben nicht passt 30.10.2005 20:58
von haflingerBB • Sattelschlepper | 58 Beiträge | 58 Punkte

wie schon gesagt: wenn geht, älteres, ruhiges pferd voraus, du hintennach, ab zu fuß ins gelände. was besseres gibts kaum. "schreckgespenster" wirklcih als alltäglich betrachten, wie obsi schon gesagt hat.
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"Irren ist männlich", sagte der Hahn und stieg von der Ente.


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