Das Reiterhippodrom
#1

Büffel erziehen - Bodenarbeit?

in Bodenarbeit 27.05.2013 08:28
von Junea • Kleines Hufeisen | 245 Beiträge | 263 Punkte

Hilfe - wir haben ein Problem!

Seit drei Wochen haben wir im Stall einen Ponywallach. Klassischer Ponytyp: Zottelmähne, kurze Beine, Büffelcharakter!

Er macht mit den Kindern was er will und kommt damit durch. Weil es ihnen an Kraft und Durchsetzung fehlt.
Seine Unarten sind klassischerweise alle vom Boden aus und Hausgemacht. Er steht nicht still, er reisst den Kopf hoch oder runter, er zwickt die Kinder in den Arm, er ist überhaupt ständig in Bewegung, respektiert den Menschen null , dh. man wird zur Seite gedrückt, weggeschoben, zwischen Tür und Stallwand eingeklemmt. Kommt man mit dem Hufauskratzer geht er in den Paddock und zeigt einem den Stinkefinger. Er ist ein richtiger Büffel.
Der SB hilft sich in dem er ihn anschreit und massregelt, es hat auch ein wenig geholfen, nur weiss er mittlerweile bei wem er es sich erlauben kann und bei wem nicht. Weil ich momentan sehr viel im Stall bin (Praktikum lässt einem doch viel Zeit lol) dachten wir wir könnten vielleicht mit Bodenarbeit etwas ausrichten. Ihm einige dieser Unarten abgewöhnen.

Was würdet ihr empfehlen? Wie startet man am besten?
Ich möchte nicht irgendwelches Joinup Zeug probieren. Erstens bin ich kein grosser Monty Roberts Fan und zum zweiten denke ich ist es etwas das man in einem Training wirklich von Profis lernen sollte. hier geht es um probate Mittelchen die vielleicht den Umgang mit dem Pony künftig erleichtern könnten.

Beim reiten ist er übrigens top und eine Lebensversicherung! Nie ein bräveres Pferdchen in der Halle erlebt (auch im Gelände). Aber die Tatsache dass er sich so rüpelhaft aufführt erschwert den Umgang mit ihm sehr!

Vielen Dank im voraus für ein wenig Input und Tipps :)


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#2

RE: Büffel erziehen - Bodenarbeit?

in Bodenarbeit 27.05.2013 11:40
von Gala • Goldenes Reitabzeichen | 17.885 Beiträge | 18370 Punkte

Naja das kleine 1x1 halt nech!

Hausholen, anbinden, stehen lassen, Hufe in der Box auskratzen. Ich würde den auch vor die Wand schupsen aber ich bin auch groß. Beim beissen würde der gehörig eine geschallter bekommen, egal wie groß oder wie klein.

Ansonsten halt konsequent wiederholen bis es funzt.


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#3

RE: Büffel erziehen - Bodenarbeit?

in Bodenarbeit 27.05.2013 13:37
von Mary • Reitlehrer | 6.688 Beiträge | 6725 Punkte

Ich habe auch nicht viel Ahnung von Bodenarbeit. Aber da schliesse ich mich Gala an. Dem kleinen Mann würde schon erstmal ein bisschen Erziehung guttun!

Aber viele Leute haben das auch einfach nicht mehr (oder noch nicht?) im Gefühl. Also erstmal Halfter drauf und loslaufen - stehenbleiben, ohne irgendetwas mit dem Strick zu machen. Falls der Herr Pony überholt, wird einmal kurz und kräftig am Strick gezogen. Zweiter Versuch: Wieder anhalten. Falls er jetzt nicht überholt, doll loben! Falls doch, und da reichen schon ein paar Zentimeter! Wieder Strickeinsatz, diesmal etwas nachdrücklicher. Überholt er beim dritten Versuch immer noch, würde ich den ein paar Tritte rückwärtsrichten.
Klappt das schon mal, würde ich das Tempo beim führen variieren. Und das Pony muss sich immer meinem Tempo anpassen. Der darf nicht überholen, und der darf nicht doll zurückbleiben.
Wenn das klappt, dann ist schon viel gewonnen. Allerdings muss man das auch mit den Kindern üben. Also halt kurz ein paar Runden führen vor dem Aufsteigen, damit der kleine Frechdachs schon weiss, dass die Regeln auch bei den Kindern gelten.


Wichtig ist halt, dass man keinesfalls versucht, dem Kleinen mit Kraft Herr zu werden. Das klappt garantiert nicht.
Also wenn der in der Boxe zum Beispiel nicht rumgeht, dann ist die Frage, wie man das anstellt. "Schiebt" man den mit Kraft rum? Das klappt natürlich schon wieder nicht.
Wenn der also rum soll, dann wird mit dem Zeigefinger solange in die Rippen gepiekst, bis er einen Schritt macht. Falls der das ignoriert, nehm ich auch schon mal einen Ellenbogen. Die Kinder dürfen dann auch mal einen Hufkratzer nehmen zum Pieksen
Schnappen geht gar nicht. Da würde ich dem aber echt sofort den Strick über die Schnute ziehen und zwar mit Nachdruck!!
Allerdings ist es auch ganz wichtig, dass in nächster Zeit nie irgendwelche Kinder ohne Aufsicht dran sind. Der muss jetzt erstmal lernen, dass auch Kinder konsequent und richtig durchgreifen, und das geht halt nur, wenn sie von jemandem "gecoached" werden, der ihnen sofort sagen kann, was sie tun sollen, und der ihre Fehler sofort verbessert.


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#4

RE: Büffel erziehen - Bodenarbeit?

in Bodenarbeit 28.05.2013 11:02
von Junea • Kleines Hufeisen | 245 Beiträge | 263 Punkte
Vielen Dank für eure Antworten.

@Gala: Den Kampf verliere ich. ich bin selber nicht besonders gross. lol. Der rennt mich einfach über den Haufen.

@Mary: danke für den Input. Ich bin bisher so vorgegangen: Wenn er mich davon zieht. Rückwärtsrichten. Jedesmal. Konsequent. Es scheisst ihn so sehr an dass er nach dem 1ten Rückwärtsrichten brav mitläuft weil er weiss was sonst passiert. Problem ist, ich bin eine Erwachsene (wenn auch nicht sehr gross), ich setze mich durch. Kinder kann er mit seinem Verhalten immer noch schwer beeindrucken.

Bei diesem "Büffel" handelt es sich nicht um ein Shetty sondern um ein halbwegs grosses Pony. Rasse ist unbekannt und er ist ein richtiger Zottel. Aber er dürfte schon so zwischen 1.40 und 1.45m liegen. Ausserdem ist er recht fett.
Das Problem mit diesem Pony ist, es kommt aus einem STall in dem vorher nur Kinder sich mit ihm beschäftigt haben. Die haben ihn machen lassen und er konnte sich immer durchsetzen und die sind auch nur mit ihm durchs Gelände gerutscht.

Jetzt wird er gefordert. Beim reiten macht er Spass. Ich sass selbst 2x drauf und er macht gut mit und ist ein angenehmes Reitpony. Gerade auch für schwächere Reiter. Da habe ich wirklich überhaupt keine Beschwerden.

Der Umgang mit ihm ist allerdings super-mühsam.
In der Box Hufe auskratzen ist schwer, er versucht einem den Huf aus der Hand zu reissen. Bisher hab ich ihn laut gemassregelt, aber entweder wird er nun taub oder es interessiert ihn nicht mehr. Binde ich ihn draussen aus, fängt er an zu schreien (nach 5min). Aber wie laut! und völlig von Sinnen. Dann wird es regelrecht gefährlich.

Ihn ausbinden in der Stallgasse ist auch noch zweifelhaft. Er scharrt mit den Vorderfüssen dass es unmöglich ist ihm eine Bandage anzulegen. Wenn ich Glück habe bekommen wir eine Gamasche drauf. Dann drückt er regelmässig alle Leute die ihn in und aus der Box führen wollen, gegen die Tür oder die Boxenwand. Schieben, nicht erfolgreich. Pieken? Manchmal. Die Kinder stehen teilweise auch sehr hilflos da wenn sie mit dem Halfter in die Box kommen, das Pony dreht ihnen demonstrativ den Hintern zu oder noch besser - er geht gleich raus in seinen Paddock. Es ist manchmal zum schreien.

Auf und von der Weide führen ist auch ein Problem. Er schleift einem förmlich hinterher. Mittlerweile gehe ich ihn ohne Peitsche und Handschuhe nicht auf die Weide führen. Es ist unmöglich. Ich würde mir und dem Pony das gerne ersparen, aber ohne geht nicht.

Noch mehr? Ihn auftrensen ist ein Kampf, er schlägt mit dem Kopf, scharrt dabei mit dem Vorderhuf und hält nicht still. Überhaupt nicht. Genauso wenig wie er beim Aufsteigen stehen bleibt. Die Kinder springen auf einem Bein neben dem Pony her. Man muss ihn also festhalten. Ich habe ihn gestern immer wieder in eine Ecke gestellt und bin dort aufgestiegen. Das ging dann gut, aber das Ziel wäre es dass man das irgendwann nicht mehr machen muss oder?

Und zum Schluss - er kam mit einem anderen Pony zusammen. Und an dem Klebt er wie die Fliegen am Rossbollen. Es ist schlimm. Trennt man sie gibt es Geschrei. Aber beide zusammen auf dem Platz geht auf keinen Fall.

Werde ihn mir morgen mal schnappen und nur mit Knotenhalfter in der Halle ein wenig zurechtstutzen. Vielleicht bringt es etwas. Bin ein bisschen ratlos und studiere schon diverse Ratgeberbücher was wir mit ihm anstellen könnten. Er soll ja nicht nur bei den ERwachsenen "brav" sein. Sondern eben auch die Kinder respektieren.

Und mit respektieren meine ich nicht das was er gestern wieder gemacht hat - als er fröhlich die Stallgasse hoch getrabt kam und links und rechts an Stricken zwei Kinder baumelten. Manchmal könnt ich ihn.....

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#5

RE: Büffel erziehen - Bodenarbeit?

in Bodenarbeit 28.05.2013 12:02
von Mary • Reitlehrer | 6.688 Beiträge | 6725 Punkte
Da hilft nur Geduld und Konsequenz bis zur Sturheit!
Und: Kinder haben an ihm im Moment gar nichts verloren. Der muss erstmal lernen, dass er sich nicht durchsetzt. Das allerdings gelingt nur, wenn er sich NICHT mehr durchsetzt, und das geht gar nicht bei Kindern.

Beim Aufsteigen zum Beispiel: Übe das mit ihm: Stell ihn hin, mach dich zum Aufsteigen bereit. Dazu sagst du immer: "Steh!", Setze einen Fuss in den Steigbügel und sage: "Steh!", schwinge dich hoch, und sage: "Steh!", suche den anderen Steigbügel und sage: "Steh!", nimm die Zügel auf und sage: "Steh!"
Nur wenn er seit Anfang noch keinen Schritt genommen hat, reitest du jetzt los und lobst ihn.

Wann immer er einen (und wirklich nur einen Schritt macht, also auch nur ein einziges Bein bewegt!!), brichst du die Übung ab und gehst auf Anfang zurück. Also wieder dahin stellen, wo er vorher war (und wenn es nur ist, dass du das Bein zurückstellst, das er bewegt hat), und machst dich wieder zum Aufsteigen bereit. Das kann dann halt gut und gerne zwanzig Mal gehen, aber er muss merken, dass du nicht nachgibst und stur auf deinem Befehl verharrst.


Wegen dem Führen: Ich würde den so gar nicht auf die Weide führen. Wenn der nur einen Fuss vor meinen Körper setzt, musst du schon eingreifen. Und wenn das mit dem Halfter nicht geht, dann würde ich halt ein Steiggebiss drauf machen, damit er mal merkt, dass er das nicht darf.

Was ich damit sagen will: Du versuchst nun, alles "etwas" besser hinzukriegen. Das ist in meinen Augen aber der falsche Weg. Was du von ihm verlangst, das muss er absolut richtig machen.
Er muss merken, dass jetzt ein anderer Wind weht, und dass man ihm hier nichts, aber auch gar nichts durchgehen lässt.

Wegen dem Kleben: Das ist in meinen Augen auch so ein bisschen die Unsicherheit des Neuankömmlings (kann sein, muss nicht).

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#6

RE: Büffel erziehen - Bodenarbeit?

in Bodenarbeit 28.05.2013 12:03
von *Seljalandsfoss • Reitlehrer | 5.660 Beiträge | 5772 Punkte

Das tönt für mich ziemlich danach, dass da die Grunderziehung falsch angegangen wurde, ich versuch's mal der Reihe nach durchzugehen:

Zitat von Junea im Beitrag #4

In der Box Hufe auskratzen ist schwer, er versucht einem den Huf aus der Hand zu reissen. Bisher hab ich ihn laut gemassregelt, aber entweder wird er nun taub oder es interessiert ihn nicht mehr.
Nimmt er den Huf sofort wieder weg oder signalisiert er nach einer gewissen Zeit, es reicht jetzt? Im 2. Fall kann es helfen, den Moment "kurz davor" abzupassen und kurz zu pausieren, denn die meisten Pferde lernen recht schnell: "Ich muß nicht zappeln, ist eh gleich vorbei!" Allerdings muß man da ein Gefühl für "Was ist lang, was ist kurz" bekommen - ein mitteldreckiger Huf sollte ohne Zappeln drin sein


Binde ich ihn draussen aus, fängt er an zu schreien (nach 5min). Aber wie laut! und völlig von Sinnen. Dann wird es regelrecht gefährlich. Brüllt er nur rum oder macht er noch was? Evtl. kann ein Kumpel in Sichtweite helfen, aber ansonsten würde ich das Gebrüll einfach ignorieren, solange er dabei keinen Murks macht. So ruhig wie möglich bleiben, ist der Mensch ruhig, wird das Pferd meist auch ruhig.

Ihn ausbinden in der Stallgasse ist auch noch zweifelhaft. Er scharrt mit den Vorderfüssen dass es unmöglich ist ihm eine Bandage anzulegen. Bei Dauerscharren hilft ganz gut, irgendwas zu werfen, was klappert - die Ablenkung nutzen, denn da hört das Scharren meist kurz auf und ein deutliches "NEIN!" - kapieren die meisten sehr schnell.
Wenn ich Glück habe bekommen wir eine Gamasche drauf.

Dann drückt er regelmässig alle Leute die ihn in und aus der Box führen wollen, gegen die Tür oder die Boxenwand. Schieben, nicht erfolgreich. Pieken? Manchmal. Die Kinder stehen teilweise auch sehr hilflos da wenn sie mit dem Halfter in die Box kommen, das Pony dreht ihnen demonstrativ den Hintern zu oder noch besser - er geht gleich raus in seinen Paddock. Es ist manchmal zum schreien. Das ist echt gefährlich und ein Grund, ihn nicht mehr alleine mit Kindern zu lassen - erst wenn er kapiert hat: Führer geht vorneweg, ich hinterher!!!

Auf und von der Weide führen ist auch ein Problem. Er schleift einem förmlich hinterher. Mittlerweile gehe ich ihn ohne Peitsche und Handschuhe nicht auf die Weide führen. Es ist unmöglich. Ich würde mir und dem Pony das gerne ersparen, aber ohne geht nicht.

Noch mehr? Ihn auftrensen ist ein Kampf, er schlägt mit dem Kopf, scharrt dabei mit dem Vorderhuf und hält nicht still. Überhaupt nicht. Genauso wenig wie er beim Aufsteigen stehen bleibt. Die Kinder springen auf einem Bein neben dem Pony her. Man muss ihn also festhalten. Ich habe ihn gestern immer wieder in eine Ecke gestellt und bin dort aufgestiegen. Das ging dann gut, aber das Ziel wäre es dass man das irgendwann nicht mehr machen muss oder? Auch hier fehlt die Konsequenz, Pony in die Bahn, Pony steht, Reiter richtet Bügel, Pony steht, Reiter richtet sich zum Aufsitzen, Pony steht. Viel loben und schrittweise vorgehen und auch, wenn's Nerven kostet. Erst stehen, dann aufsitzen! Momentan lernt er doch nur, juchu, ich mach Party und dann reiten wir! Ist doch nicht Sinn der Sache, oder?


Und mit respektieren meine ich nicht das was er gestern wieder gemacht hat - als er fröhlich die Stallgasse hoch getrabt kam und links und rechts an Stricken zwei Kinder baumelten. Manchmal könnt ich ihn..... Das ist nicht witzig, das ist einfach nur gefährlich!


Sorry, dass das jetzt so lange wurde, aber ihr müsst Euch bewußt machen, dass das kein Spaß ist, was er da treibt und dass ihr jetzt erstmal Erziehung reinbringen müsst. Zusätzliche Kopfarbeit kann helfen, aber wichtig ist v.a., dass er respektiert: "Wenn der Zweibeiner Ende im Gelände sagt, ist Ende!

Edith sagt, Mary war schneller, aber wir sind da wohl einer Meinung.


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Es ist ne simple Regel, doch sie stimmt:
Alles macht mehr Spaß, wenn man sich mal 'ne Auszeit nimmt.
Wer immer allen Regeln folgt, der wird nicht glücklich alt.
Und mancher, der vernünftig tut, ist selber durchgeknallt.

(Wise Guys - Klassenfahrt)

zuletzt bearbeitet 28.05.2013 12:06 | nach oben springen

#7

RE: Büffel erziehen - Bodenarbeit?

in Bodenarbeit 28.05.2013 13:35
von Löckchen • Großes Hufeisen | 329 Beiträge | 344 Punkte
Zitat von Junea im Beitrag #4


Auf und von der Weide führen ist auch ein Problem. Er schleift einem förmlich hinterher. Mittlerweile gehe ich ihn ohne Peitsche und Handschuhe nicht auf die Weide führen. Es ist unmöglich. Ich würde mir und dem Pony das gerne ersparen, aber ohne geht nicht.





Ich kann mich Mary und Selja nur anschließen und ich finde es nicht schlimm, wenn man für den Anfang immer eine Gerte dabei hat. Heißt ja nicht, dass man ihn immer gleich schlagen muss. Ich finde es aber viel weniger schlimm, mal mit der Gerte anzuticken als ständig am Halfter / Gebiss zerren zu müssen. Das Führtraining macht so ein Stöckchen, dass man einfach als optische Begrenzung nurzen kann, doch auch einfacher und ist fürs Pferd und für den Menschen angenehmer als das ständige Gezerre (was man im Zweifel ja eh verliert).

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#8

RE: Büffel erziehen - Bodenarbeit?

in Bodenarbeit 28.05.2013 19:44
von Junea • Kleines Hufeisen | 245 Beiträge | 263 Punkte
Ich glaube ich muss das klarstellen: Auch wenn es vielleicht humorig geschrieben ist oder lustig klingt, es ist wirklich überhaupt nicht lustig mit diesem Pony. Letzte Woche ist er mir in die Fersen gesprungen und das hat sich alles andere als gut angefühlt. Ich kann auch nicht mitlachen wenn ich ein Pony sehe das zwei Kinder übers Feld zieht. Das fällt für mich eher in die Kategorie "geht überhaupt nicht" Eigentlich soll dieses Pony im Herbst bei einer Brevet Prüfung mitziehen. Aber im Moment ist es keine gute Idee jemanden für eine Prüfung (Umgang und Pflege Pferd) an dieses Pony zu lassen. Vor allem keine Kinder!

Selja: Den Huf reisst er einem bereits nach ein paar Sekunden aus der Hand. Erwachsene haben die Kraft ihn festzuhalten, aber mit Kindern kann es schnell schief gehen.
Ausserdem wenn er brüllt dann trippelt er auch von links nach rechts. Also er steht einfach nicht still...

Den Tipp bezüglich des Scharrens (also einfach etwas werfen) werde ich mal probieren. Ich hoffe das hilft etwas. Auch alle Tipps was das aufsteigen angeht. Es ist mega-mühsam mit ihm....

Im übrigen er drückt auch Erwachsene gegen die Boxentür. Es ist keine Unart die er nur an Kindern praktiziert. Aber Erwachsene können sich natürlich besser wehren.

@Mary - mit dem Knotenhalfter ist es schon besser als mit dem normalen Halfter. Aber auch noch weit entfernt von "gut". Die nächste Möglichkeit ist die Führkette, aber das möchte ich nicht so gern machen. Letzten Endes ist es ein Kampf aber man kann ihn mit der Peitsche schon im Griff haben. Ideal wäre er würde mitgehen wie es sich gehört. Sein Verhalten färbt mittlerweile auf den Haflinger der neben ihm steht ab. Der führt sich jetzt auch unmöglich auf.

Unterm Strich: Er ist kein bösartiges Pferd. er hat nur einfach null Erziehung und Respekt. Bisher kam er damit durch und testet weiter. Ich werde morgen der Pferdefachfrau helfen. Wir haben seit seiner Buckelaktion vorgestern (da rannte er einfach mit ein Kind am Strick los und keilte dabei aus) dass es so nicht weitergehen kann. Er bekommt jetzt eine Grunderziehung.

Wir haben überlegt was wir mit ihm machen können. Wir haben beide keine Lust die ganze Zeit herumzuschreien und Sorge um die Kinder zu haben.

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#9

RE: Büffel erziehen - Bodenarbeit?

in Bodenarbeit 28.05.2013 21:24
von *Seljalandsfoss • Reitlehrer | 5.660 Beiträge | 5772 Punkte

Baut Euch doch mal aus 2 Hindernisständern einen Durchgang, der in etwa Türbreite hat, in der Halle auf. Und übt da mit ihm, dass nur und ausschließlich der Zweibeiner vorne geht. Vorteil ist: wenn er da drückt, kann Euch weniger passieren. Aber da müsst ihr dann wirklich konsequent sein - sobald auch nur der Ansatz da ist, setzt was! Aber deutlich - vielleicht an den alten Spruch denken: "Pferde sagen nie "Bitte-bitte" und auch nicht "vielleicht"!"

Rumführen, vorwärts, rückwärts, Richtungswechsel, Tempowechsel, sobald er überholt, stoppen, korrigieren, wenn er schön läuft, loben. Und beim Durchgang streng sein - es sind Eure Zehen!

Für das Nicht-Stillstehen beim Aufsteigen hätte ich noch die Übung, die hat bei meinem Gaucho-Büffel mal ganz gut geholfen. Führen, stehenbleiben, wenn Pferd ruhig steht, am Widerrist kraulen - stehen darf ja auch mal schön sein . Wenn er zappelt, Position korrigieren, sonst loben und das Stehen ein bißchen schmackhaft machen. (Leckerlis hatte ich nie, hab nur die Lieblingsstelle gekrault, wenn er ruhig stand und nur dann!).

Als das klappte im Anschluss von der Führposition zur "Aufstiegsposition" am Widerrist gewechselt und wenn er ruhig stand, wieder dafür gesorgt, dass es für ihn angenehm war. Und der Abschluss war dann ein Abstützen mit beiden Händen auf der Sattellage und ein kurzes Hochspringen parallel zum Pferd meinersseits, ohne Gewicht auf die Hände zu legen - so ein simultiertes Aufsteigen. Und damit hat's nach ein bißchen Üben geklappt und beim Aufsteigen dann auch. Vielleicht als Idee - weil Gaucho auch ein Pferd war, für den es kein Lehrbuch gab


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(Wise Guys - Klassenfahrt)

zuletzt bearbeitet 28.05.2013 21:25 | nach oben springen

#10

RE: Büffel erziehen - Bodenarbeit?

in Bodenarbeit 29.05.2013 10:46
von Special • Goldenes Reitabzeichen | 13.569 Beiträge | 13713 Punkte

ganz ehrlich, wenn es mit dem knotenhalfter beim führen nicht ideal klappt, mach die führkette drauf. für jedes mal "nicht ideal" macht sich das pony eine kerbe in sein hölzchen. ich bin auch gerade mitten in der erziehungsphase meines pferdes (die ist allerdings erst 3) und ich merke, wie konsequent man sein muss. und wie mary so schön sagte, selbst bei jedem kleinsten schritt den er macht, den er nicht machen soll, hat er wieder ein stück gewonnen. ist am anfang sicherlich hart so konsequent zu sein, aber es zahlt sich aus. schwierig halt nur, dass das pony weiter im schulbetrieb läuft und von kindern bedient wird.


_______________________________

Ein Pferd ohne Reiter ist immer ein Pferd.
Ein Reiter ohne Pferd nur ein Mensch.

zuletzt bearbeitet 29.05.2013 10:46 | nach oben springen

#11

RE: Büffel erziehen - Bodenarbeit?

in Bodenarbeit 29.05.2013 20:04
von Junea • Kleines Hufeisen | 245 Beiträge | 263 Punkte
Das mit dem Konsequent sein ist ein absolutes Muss.

Ich war heute morgen fast eine Stunde mit dem "Büffel" in der Halle. Mit Knotenhalfter und Strick. Anhalten, gehen, anhalten gehen. Es hat 4-5 Versuche gebraucht bevor er merkte dass er nicht an mir vorbeiläuft, nicht um mich herum läuft und vor allem nicht einem zur Seite drückt. Aber nach einer Weile hat er es geschnallt. Wenn er es gut gemacht hat - Loben. Wenn ers falsch gemacht hat, ein Klaps. Nach einer halben STunde hat er es nicht mehr in Frage gestellt. Meine Reaktion? Erster Teilerfolg. Hab dann noch mit Rückwärtsrichten und auf mich zukommen weitergemacht. Und als das sass hab ich aufgehört. Unter Aufsicht von der Pferdewirtin. War schwer beeindruckt. Hatte das Gefühl dass es dann später für die Reitstunde mit einem kleineren Mädchen auch viel besser ging.

Oh und ich hab mir eine alte Kaffeedose mit Bierdeckeln gefüllt, gebastelt und durch die Stallgasse geschmissen wenn er rumgezickt hat. Hat funktioniert. Danke Selja für den Tipp.

Bin schwer begeistert von den vielen guten Ratschlägen. Wenn es jetzt noch mit dem Hufgeben klappt bin ich fast zufrieden.
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#12

RE: Büffel erziehen - Bodenarbeit?

in Bodenarbeit 01.06.2013 23:32
von Junea • Kleines Hufeisen | 245 Beiträge | 263 Punkte

Nachtrag vom Büffeltier: Er ist so cool. Reittechnisch war er sowieso kein Problem. Aber wenn man ihn anschnauzt mit einem lauten "STEH" rührt er sich nicht vom Fleck.

Und das führen ist soviel besser geworden. Er versucht immer noch dann und wann das Tempo zu bestimmen, zuckt aber total zusammen wenn man gleich konsequent durchgreift und viele Stopps beim führen einlegt dann hört er sofort wieder damit auf und fügt sich. Langsam macht der kleine Büffel spass.

Übrigens, wenn man ihn nun anschnauzt steht er hin und mümmelt mit der Unterlippe herum als würde er über sein schlechtes Benehmen ernsthaft nachdenken. Man kann es nicht beschreiben, es ist zum schiessen!

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